Miet an Expert



Das Miet-an-Expert Programm ist ein spannendes digitales Format, das Nachwuchswissenschaftler*innen und Journalist*innen sowie Vertreter*innen aus der Bildungspraxis und -administration die Möglichkeit gibt, sich in 30minütigen Einzelgesprächen mit einem*r Expert*in aus der empirischen Bildungsforschung zu einem ausgewählten Thema auszutauschen. 
Miet-an-Expert bietet Ihnen somit die besondere Chance, neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft aus erster Hand zu erfahren und mit passenden Gesprächspartnern in den Austausch zu gelangen. Vom 20.10.-19.11.2021 haben Sie, zeitlich angekoppelt an das Angebot "Inside Empirische Bildungsforschung - Tag der offenen Türen", die Chance sich mit einem der hier unten aufgeführten Expert*innen zu einem digitalen Gespräch zu treffen. Die Steckbriefe geben Ihnen, nach Fachgebiet gelistet, eine Übersicht über die verschiedenen Themen und ein Kurzportrait der Wissenschaftler*innen.

Wie funktioniert Miet-an-Expert?

  1. Ab sofort können Sie ein Gespräch mit einer/m Expert*in für den Zeitraum von 20.10.-19.11.2021 vereinbaren (Anmeldung  möglich bis spätestens 08.11.2021) .
  2. Stöbern Sie einfach ein wenig in aller Ruhe in den Profilen der Expert*innen.
  3. Wählen Sie einen oder mehrere Expert*innen aus, mit denen Sie sich gerne zu einem Gespräch treffen möchten.
  4. Klicken Sie anschließend auf den untenstehenden Anmeldebutton und wählen Sie in der Umfrage Ihre Expert*in aus.
  5. Wir bearbeiten Ihre Anfrage und teilen dem/der ausgewählten Expert*in Ihren Gesprächswunsch mit.
  6. Über Ihre angegebene E-Mailadresse senden wir Ihnen die Kontaktinformationen zu.
  7. Sie melden Sich bei dem/der Expert*in und vereinbaren, ganz nach ihrem individuellen Zeitplan, einen gemeinsamen Termin für den Austausch.
  8. Alle Gespräche finden im Onlineformat statt. Technische Informationen dazu erhalten Sie von der/dem jeweiligen Expert*in.

Zu welchen Themen kann man sich austauschen?


Im Folgenden können Sie durch die jeweiligen Fachrichtungen mit den dazugehörigen Expert*innen und ihren Schwerpunktthemen stöbern und sich für ein Miet-an-Expert inspirieren lassen!

Pädagogische Psychologie

Schreiben können ist wichtig!
Wie finden wir etwas über die Schreibprozesse unserer Kinder heraus und wie hilft das bei der Schreibförderung?

Prof. Dr. Joachim Grabowski

Information
Prof. Dr. Joachim Grabowski
Leibniz Universität Hannover
Homepage: https://www.psychologie.uni-hannover.de/de/grabowski/

Für fast alle Bildungsprozesse und -abschnitte sowie der sich anschließenden beruflichen Kompetenz ist das Schreiben eine zentrale Voraussetzung. In der deutschsprachigen Psychologie und den Bildungswissenschaften werden Schreibprozesse jedoch eher selten untersucht, während der internationale Theoriestand und die entwickelten Forschungsmethoden hingegen gut dokumentiert sind. Eine Berücksichtigung der individuellen Schreibprozesse könnte in Schule und Hochschule zu einer Weiterentwicklung der Fördermöglichkeiten und Problemdiagnose führen und sich damit von einer einfachen Bewertung der Schreibprodukte loslösen. Die technologischen Voraussetzungen stehen mittlerweile bereits niedrigschwellig zur Verfügung und könnten auch in Unterrichtssettings erfolgreich eingesetzt werden. In unserem Gespräch gebe ich Ihnen somit gerne einen Einblick in den aktuellen Forschungstand rund um das Thema Schreibförderung.

Kurzbiografie
Joachim Grabowski (geb. 1958) ist Professor für Pädagogische Psychologie und Privatdozent für Germanistische Linguistik an der Leibniz Universität Hannover. Er hat Psychologie, Linguistik, Literaturwissenschaft, Mathematik und Informatik studiert und arbeitet seit vielen Jahren im psycholinguistischen Übergangsfeld. Forschungsschwerpunkte: Analyse, Diagnose und Förderung von Schreibkompetenz; Zusammenhänge mit Arbeitsgedächtnisleistungen; medienpsychologische Fragen.

Des Rätsels Lösung – Wie kann man Unterricht verstehen und international vergleichend erforschen?

Prof. Dr. Eckard Klieme

Information
Prof. Dr. Eckard Klieme
Ehemals DIPF Leibniz Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation
Homepage: https://www.dipf.de/de/institut/personen/klieme-eckhard

Als Bildungsforscher habe ich viele Themen bearbeitet. Was sich durchzieht und meine Neugier auf Bildungsforschung bis heute trägt, ist die Frage, wie Unterricht gelingen kann: Wie kann die Interaktion zwischen Lehrenden, Lernenden und „Stoffen“/Themen die psycho-soziale Entwicklung und zugleich die fachliche Bildung unterstützen?  Um diese Frage immer neu zu stellen, habe ich sehr unterschiedliche soziale, kulturelle und fachliche Kontexte aufgesucht – angefangen von der Sonderschule im sozialen Brennpunkt, an der ich Kindern mit Hilfe von Puppen Schemata für Addieren und Subtrahieren vermittelt habe,  bis hin zu den 650 Klassen zwischen Chile und China, die in meiner letzten Studie, TALIS-Video, „Quadratische Gleichungen“ bearbeiteten.  

Kurzbiografie
Eckhard Klieme, geb. 1954. Studium der Mathematik, Psychologie und Pädagogik in Bonn. Mitarbeit in einem DFG-Projekt zum Lernen in Kleingruppen, Zivildienst an einer Sonderschule, Arbeit am Medizinertest, Begleitforschung u.a. zu computergestütztem Unterricht und zur Curriculumentwicklung, TIMSS/PISA-Forscher am Max-Planck-Institut in Berlin und 2001-2020 Direktor am DIPF in Frankfurt am Main.

Was denken Sie eigentlich wirklich?
Wie implizite Einstellungen und Stereotype von Lehrkräften gegenüber bestimmten Schüler*innengruppen erfasst werden können.

PD Dr. Sabine Glock

Information
PD Dr. Sabine Glock
Bergische Universität Wuppertal
Homepage: https://www.ifb.uni-wuppertal.de/en/arbeitsbereiche/paedagogische-diagnostik/glock-sabine-dr.html

Der Umgang mit individuellen Einstellungen und stereotyen Vorstellungen wird vor dem Hintegrund des sozialen Wandels zunehmend bedeutsamer. Dies wird auch im schulischen Kontext durch die diversen Schüler*innengruppen wichtig. Die Erfassung impliziter Einstellungen und Stereotype gegenüber diesen Gruppen, Schüler*innen mit Zuwanderungsgeschichte oder Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, wird wegen der sozialen Erwünschtheit, die mit dem Thema verbunden ist, immer zentraler. Um dieser Thematik adäquat zu begegnen, setzt es profunde Kenntnisse geeigneter Methoden voraus. In unserem Gespräch gebe ich Ihnen Auskunft über passende implizite und explizite Methoden und ihre Vor- sowie Nachteile in unterschiedlichen Settings. All dies sollte in einen passenden theoretischen Rahmen eingebunden werden.

Kurzbiografie
Nach Psychologiestudium und Promotion an der Universität Saarbrücken arbeitete ich an der Universität Luxemburg in drei Forschungsprojekten zur Übergangsempfehlung von der Grund- zur weiterführende Schule. Seit 2014 arbeite ich an der Bergischen Universität Wuppertal, an der ich zu Einstellungen gegenüber Schüler*innen mit Migrationshintergrund habilitierte. Meine Forschung ist international publiziert.

Die Bildungspraxis braucht einen Überblick!
Warum uns Einzelstudien allein nicht helfen und wie wir uns einen qualitätvollen Überblick über die Forschungslandschaft verschaffen können!

Prof. Dr. Doris Holzberger

Information
Prof. Dr. Doris Holzberger
Technische Universität München
Komepage: https://www.professoren.tum.de/holzberger-doris
Mit der Zunahme an Einzelstudien in der empirischen Bildungsforschung steigt auch der Bedarf, diese Befunde mit der Hilfe unterschiedlicher Forschungssynthesen, wie bspw. Metaanalysen oder Systematic Reviews, zusammenzufassen. Tipps und Tricks können bei diesem komplexen Unterfangen helfen. In unserem Gespräch gebe ich Ihnen gerne einen Einblick in das tatsächliche Vorgehen bzw. die Umsetzung und Vorzüge geeigneter Forschungsmethoden. Zudem können wir ebenfalls über die Rolle von Synthesen für die Bildungspraxis und –administration diskutieren. 

Kurzbiografie
Doris Holzberger ist seit 2018 Professorin der Schul- und Unterrichtsforschung an der Technischen Universität München und koordiniert die Arbeitsgruppe „Forschungssynthesen am ZIB“ (Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien). Zuvor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Universität München ebenso wie am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB).

Die Macht der Technik
Wie die Messung von Lernergebnissen und Lernprozessen mit digitalen Instrumenten verbessert und qualitativ erweitert werden kann.

Prof. Dr. Frank Goldhammer
Information
Prof. Dr. Frank Goldhammer
DIPF Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation
Homepage: https://www.dipf.de/de/institut/personen/goldhammer-frank
Digitale Messinstrumente ermöglichen innovative Aufgabenformate (z.B. Simulationen) zur Messung von Kompetenzen, die bisher mit Papier nicht erfassbar waren. Zudem können in digitalen Assessments und Lernumgebungen chronologisch alle Interaktionen der Personen mit dem System (zum Beispiel Mausklick, Tastendruck oder Touch-Eingabe) aufgezeichnet und für lernunterstützendes Feedback genutzt werden. Eine weitere Verbesserung ist in der automatischen Auswertung des Antwortverhaltens zu sehen, also die Bewertung der Lösung (z.B. Antworttext) oder auch des Lösungswegs durch den Computer. Gerne gebe ich Ihnen in unserem Gespräch einen Einblick in die Chancen und Möglichkeiten, die technologiebasiertes Assessement für gelingende Bildungsprozesse bieten.

Kurzbiografie
Frank Goldhammer ist Leiter des Zentrums für technologiebasiertes Assessment (TBA) am DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, und Professor für Pädagogisch-Psychologische Diagnostik an der Goethe-Universität, Frankfurt/Main, und dem Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB). In seiner Forschung befasst er sich mit der Verbesserung und Erweiterung von Messinstrumenten durch digitale Technologie.

Melting Pot – Wie gelingen Bildungsprozesse in kulturell diversen Kontexten?

Prof. Dr. Aileen Edele

Information
Prof. Dr. Aileen Edele
Berliner Institut für Integrations- und Migrationsforschung (BIM)
Homepage: https://www.bim.hu-berlin.de/de/personen/prof-dr-aileen-edele/
Für gelingende Bildung, also erfolgreiches Lernen, soziale Eingebundenheit und Schulzufriedenheit, haben die individuellen und familiären Voraussetzungen der Lernenden (z.B. Mehrsprachigkeit, familiärer Bildungshintergrund) eine große Bedeutung, aber auch die Lernumgebung (z.B. Überzeugungen und Handlungen von Lehrkräften, Zusammensetzung der Schulklasse, schulstrukturelle Aspekte). Um Bildungsprozesse von Schüler*innen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte in kulturell diversen Kontexten besser zu verstehen, beschäftige ich mich mit individuellen, familiären und institutionellen Lernvoraussetzungen und deren Zusammenspiel. Ich freue mich auf unser Gespräch und einen spannenden Austausch.

Kurzbiografie
Aileen Edele ist Professorin für Empirische Lehr-Lernforschung unter Bedingungen migrationsbezogener Heterogenität am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie studierte Psychologie in Freiburg, Berlin und Toronto und promovierte an der Freien Universität Berlin zur Bedeutung von Erstsprache und kultureller Identität für den Bildungserfolg von Jugendlichen aus zugewanderten Familien.

Die COVID-19 Pandemie und die Folgen der Schulschließungen –
Nie wurde die Bedeutung von Schulen sichtbarer als während sie geschlossen waren
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Prof. Dr. Ricarda Steinmayr

Information
Prof. Dr. Ricarda Steinmayr
Technische Universität Dortmund
Homepage: https://www.psych.tu-dortmund.de/cms/psych/de/Home/Mitarbeiter/psychologie_ifp/Steinmayr_Ricarda.html
Von Anfang 2020 bis Mai 2021 wurden nur an 90 von 270 Schultagen normal unterrichtet. Die pandemiebedingten Schulschließungen und der Wechselunterricht stellten Lehrkräfte, Eltern und Schüler*innen vor bis dahin nie gekannte Herausforderungen. Diese wurden durch die unzureichende Digitalisierung deutscher Schulen vor allem im ersten Lockdown verschärft. Die Schulschließungen gingen auf Seiten der Schüler*innen u.a. mit einer Zunahme psychischer Probleme, geringerer Lernmotivation und Kompetenzverlusten einher. Hiervon waren nicht nur, aber verstärkt Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien betroffen. Die Forschung zu den Folgen der Schulschließungen ist die Basis für gezielte Interventionen, um Betroffenen zu helfen und langfristige gesellschaftliche Folgen abzumildern. In unserem Gespräch diskutiere ich gerne mit Ihnen Handlungsanstöße, die wir aus der Corona-Pandemie ziehen können und freue mich Ihre Fragen zu beantworten.

Kurzbiografie
Ricarda Steinmayr ist Professorin für Pädagogische Psychologie an der Fakultät für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bildungsforschung der Technischen Universität Dortmund. Der Fokus ihrer Forschung liegt neben der Entwicklung von Motivation und Intelligenz auf der Vorhersage schulischer Leistung und subjektiven Wohlbefindens unter Berücksichtigung einer multivariaten Perspektive, die sowohl motivationale, geschlechts-, persönlichkeitsbezogene und herkunftsbedingte Variablen als auch Lehrkraftmerkmale, Aspekte auf Klassenebene und die pandemiebedingten Schulschließungen umfasst.

Bildung im 21. Jahrhundert –
Wie müssen Schule und Unterricht heute gestaltet werden?

Prof. Dr. Samuel Greiff

Information
Prof. Dr. Samuel Greiff
Université du Luxemburg
Homepage: https://wwwde.uni.lu/recherche/fhse/dbcs/people/samuel_greiff

Die Veränderungen des 21.Jahrhunderts haben dazu beigetragen, dass sich die Anforderungen an unsere Bildungssysteme innerhalb kurzer Zeit gewandelt haben, die Bildungsstrukturen reagieren allerdings nur sehr träge auf diese. Von besonderer Wichtigkeit sind zunehmend überfachliche Kompetenzen, wie Problemlösen und Kollaborieren, im Gegensatz zu den bisher klar umgrenzen Schulfächern. Auch die Rolle von digitalen Medien im Unterricht, wie bspw. Intelligent Tutoring, erlangen zunehmend eine zentrale Relevanz. Im Rahmen unseres Gesprächs gebe ich Ihnen die Möglichkeit, sich mit mir zu den oben genannten Themen auszutauschen und diese auch vor dem Hintergrund internationaler Bildungsvergleichsstudien wie PISA zu diskutieren. Hierbei sollte im Blick behalten werden, dass sowohl auf nationaler als auch auf politischer Ebene dem Geschehen noch zu wenig Beachtung geschenkt wird. 

Kurzbiografie
Samuel Greiff ist seit 2012 an der Universität Luxemburg und dort als Professor für "Educational Assessment & Psychology" beschäftigt. Er ist seit vielen Jahren eng in internationale Studien wie PISA involviert und interessiert sich für die Erfassung, die schulische Integration und die Förderung von transversalen Fähigkeiten wie Problemlösen und Teamfähigkeit.

Bildungssoziologie

Nach der Grundschule trennen sich die Wege –
Effekte einer frühen Differenzierung der Bildungswege auf Bildungsbeteiligung, Leistungen und Bildungsungleichheit

Prof. Dr. Hartmut Esser

Information
Prof. Dr. Hartmut Esser
Ehemals Universität Mannheim
Homepage: https://www.sowi.uni-mannheim.de/kalter/team/professor-emeritus/
Ich befasse mich mit der umstrittenen und ungeklärten Frage, ob die frühe Differenzierung des deutschen Bildungssystems wirklich zu einer Verstärkung der sozialen Bildungsungleichheit und -ungerechtigkeit führt, wie das oft angenommen wird, und dass der Übergang zur Integration die Lösung der Probleme wäre. Wie es aussieht, ist es (ganz) anders. Zu dieser Thematik schreibe ich derzeit ein Buch, in dem die zentralen Aspekte, Fragen und die wichtigsten empirischen Befunde dargestellt werden. Hierbei fokussiere ich auf drei Kernbereiche: (1) Kognitive Fähigkeiten und Entwicklung, (2) Familie und soziale Herkunft, (3) Schulen, Schulklassen und Schuleffekte, jeweils mit speziellem Bezug zu bestimmten Regelungen der Bildungssysteme. Gerne tausche ich mich vor diesem Hintergrund thematisch mit Ihnen aus.

Hartmut Esser, geb. 1943 in Elend/Sachsen-Anhalt; Studium der Volkswirtschaftslehre und Soziologie in Köln; 1970 Diplom (Volkswirt sozialwissenschaftlicher Richtung) in Köln; 1974 Promotion in Köln (Dr. rer. pol.); 1981 Habilitation in Bochum; 1974 - 1978 Akademischer Rat Ruhruniversität Bochum; 1978-1982 Wissenschaftlicher Rat und Professor Universität Duisburg GHS; 1982-1987 o. Professor für Empirische Sozialforschung Universität Essen GHS; 1985 - 1987 Geschäftsführender Direktor des ZUMA, Mannheim; 1987-1991 o. Professor für Soziologie Universität zu Köln; 1991-2009 o. Professor für Soziologie und Wissenschaftslehre an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Mannheim. Seit August 2009 im Ruhestand. Arbeitsschwerpunkte: Methodologie der Sozialwissenschaften; Soziologische Theorie; Sozialwissenschaftliche Handlungstheorie; Migration, Integration und ethnische Konflikte; Familiensoziologie; Soziale Ungleichheit; aktuell: Bildungs-Soziologie, insbesondere Bildungssysteme und Bildungsungleichheit. Veröffentlichungen: 25 Bücher (davon 20 Monographien),  ca. 240 Artikel. Derzeitiger Schwerpunkt: Empirische Bildungsforschung, speziell Effekte von Differenzierung und Integration.  
 

Fachdidaktik

Ein MINT-Studium schaffen?!
Welche persönlichen Voraussetzungen helfen dabei und wie kann man Studierende unterstützen?

Prof. Dr. Stefanie Rach

Information
Prof. Dr. Stefanie Rach
Otto von Guericke Universität Magdeburg
Homepage: https://www.math.ovgu.de/Institute/IAG/Didaktik+der+Mathematik/Mitglieder/Prof_in+Dr_+Stefanie+Rach-p-5414.html
Insbesondere der Übergang in ein MINT-Studium stellt für viele Studierende eine große Herausforderung dar. Bisher existieren wenige gesicherte Erkenntnisse dazu, welche kognitiven und motivationalen Lernvoraussetzungen, z.B. Interesse und Selbstkonzept, den Studienerfolg bestärken und wie Studierende insbesondere zu Beginn des Studiums unterstützt werden können. Bedeutsam sind in diesem Zusammenhang sicherlich auch die mathematischen Ziele in der Sekundarstufe II als Grundlage. Ich freue mich auf unseren Austausch und gebe Ihnen gerne die Chance mit mir über offene Fragen aus dem Bereich MINT-Studium zu sprechen.

Kurzbiografie 
Prof. Dr. Stefanie Rach hat Mathematik und Physik auf gymnasiales Lehramt in Kiel studiert und am IPN Kiel promoviert. Nach dem Erwerb des zweiten Staatsexamens und einer Juniorprofessur an der Universität Paderborn hat sie seit 2018 eine Professur für Mathematikdidaktik an der OvGU Magdeburg inne.

Gesellschaftliche Herausforderungen meistern –
Wie Jugendliche lernen, naturwissenschaftliche Erkenntnisse zur Sicherung von Umwelt, Gesundheit und Co. zu nutzen!

Prof. Dr. Kerstin Kremer

Information
Prof. Dr. Kerstin Kremer
Justus-Liebig-Universität Gießen
Homepage: https://www.uni-giessen.de/fbz/fb08/Inst/biologiedidaktik/mitarbeiter/profdrkerstinkremer  

Nie zuvor entwickelte sich das Wissen über die Welt so rasant wie heute. Zugleich steht unsere Gesellschaft aktuell vor ernstzunehmenden Herausforderungen nachhaltiger Entwicklung. Der Schlüssel zur Bewältigung der Zukunft ist die Bildung. In meiner Forschung untersuche ich deshalb, wie Jugendliche naturwissenschaftliche Erkenntnisprozesse, zum Beispiel zur Sicherung von Umwelt und Gesundheit, verstehen lernen sowie reflektierend in ihr persönliches Handeln integrieren können. Dabei interessiert mich insbesondere die sinnvolle Verzahnung der formalen Bildung (Schule) mit außerschulischen Angeboten wie Ausstellungen und Citizen Science (Wissenschaftskommunikation). Gerne beantworte ich in unserem Gespräch alle Ihre Fragen rund um das Thema nachhaltiges Handeln und Bildung.

Kurzbiografie
Prof. Dr. Kerstin Kremer ist ab 10/2021 Professorin und geschäftsführende Direktorin am Institut für Biologiedidaktik der Justus-Liebig-Universität Gießen. Zuvor hatte sie Professuren an der RWTH Aachen, dem IPN Kiel und der Leibniz Universität Hannover inne. Sie ist Diplom-Biologin und Gymnasiallehrerin (1./2. Staatsexamen) und wurde im Fach Didaktik der Biologie an der Universität Kassel promoviert.

Berufliche Kompetenzen erkennen und fördern –
Das Potential von Simulationen und anderen digitalen Lehr-Lern-Angeboten

Prof. Dr. Jürgen Seifried

Information
Prof. Dr. Jürgen Seifreid
Universität Mannheim
Homepage: https://www.bwl.uni-mannheim.de/seifried/

Digitalisierung spielt in der heutigen beruflichen Bildung eine bedeutende Rolle - einerseits führt sie zu einer Veränderung von Arbeitstätigkeiten, andererseits beeinflusst sie die Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen. Um den sich hieraus ergebenden vielfältigen Herausforderungen gerecht zu werden, bedarf es adäquater didaktischer Konzepte sowie entsprechender Qualifizierungsangebote. In unserem Gespräch würde ich gerne über die Potenziale von Simulationen (siehe z.B. https://luca-office.de/) und anderen digitalen Lehr-Lern-Angeboten diskutieren. Dabei möchte ich gerne einerseits einen Fokus auf die Kompetenzdiagnostik und anderseits auf die Möglichkeiten der Kompetenzförderung legen. 

Kurzbiografie
Jürgen Seifried leitet seit 2012 den Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik – Berufliches Lehren und Lernen an der Universität Mannheim. Zentrale Forschungsschwerpunkte bilden fachdidaktische Fragestellungen, die Forschung zur Kompetenzentwicklung von Lehr- und Ausbildungspersonen, Lernen am Arbeitsplatz sowie Verfahren der Kompetenzmessung in der beruflichen Bildung.

Film ab!
Wie können Unterrichtsvideos in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung gewinnbringend eingesetzt werden?

Prof. Dr. Miriam Hess

Information
Prof. Dr. Miriam Hess
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Homepage:https://www.uni-bamberg.de/grundschulpaed/team/prof-dr-miriam-hess/
In unserem Gespräch möchte ich Ihnen gerne die Chance geben darüber zu sprechen, warum sich der Einsatz von Videoanalysen in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung lohnt und welche Kompetenzen über Videoanalysen gefördert werden könne. Zudem können wir darüber diskutieren, wie sich der Kompetenzzuwachs durch die Arbeit mit Unterrichtsvideos systematisch erfassen lässt. Auch die besonderen Chancen des Arbeitens mit Videos fremder Lehrpersonen und das Potenzial der Reflexion eigener Videoaufnahmen können wir in unserem Gespräch diskutieren. Zudem lohnt sich auch ein Blick darauf zu werfen, wie Videoanalysen methodisch und didaktisch so gestaltet werden können, dass angehende Lehrpersonen ihre professionelle Wahrnehmung von Unterricht verbessern können und welche Möglichkeiten der Einsatz von Unterrichtsvideos in der Präsenzlehre und in der digitalen Lehre mit sich bringt.

Kurzbiografie:
Miriam Hess hat an der Universität Kassel zum Thema „Kognitive Aktivierung im Leseunterricht des ersten Schuljahres“ promoviert und im Rahmen des PERLE-Projekts (Persönlichkeits- und Lernentwicklung von Grundschulkindern) zahlreiche Manuale zur Auswertung von Unterrichtsvideos entwickelt. In ihren daran anschließenden Projekten untersucht sie Gelingensbedingungen für das Lernen mit Videos in der Lehrer*innenbildung.

Erziehungswissenschaft

Kann Forschung Schule verändern?
Der Nutzen von Unterrichts- und Bildungsforschung für die professionelle Entwicklung von Lehrkräften.

Prof. Dr. habil. Jana Groß Ophoff

Information                                                    Prof. Dr. habil. Jana Groß Ophoff
Pädagogische Hochschule Vorarlberg
Homepage:https://www.ph-vorarlberg.ac.at/grossophoff/ 
Bereits 2004 wurde in den KMK-Standards für Lehrer*innenbildung der Anspruch formuliert, dass Bildungsforschung Teil des professionellen Selbstverständnisses von Lehrkräften sein sollte. Hierzu zählt, dass sie ihren Beruf als eine ständige Lernaufgabe begreifen, neue Erkenntnisse aus der Unterrichts- und Bildungsforschung aufnehmen und diese für ihre Schul- und Unterrichtsentwicklung systematisch und nachhaltig nutzen. Es stellt sich jedoch die Frage, ob und inwieweit Daten, Evidenz oder eigenes Forschungshandeln für Professionalisierungsprozesse tatsächlich von Nutzen sind. Im Fokus meiner Forschung steht also die Frage, wie eine qualitätsvolle Beschäftigung mit und Nutzung von Forschung im Bildungsbereich unterstützt werden kann, um dadurch zu Entwicklungsprozessen von Lehrpersonen beizutragen. Gerne tausche ich mich in unserem Gespräch mit Ihnen zu der Frage, ob Forschung die schulische Praxis verändern kann, aus.

Kurzbiografie
Jana Groß Ophoff hat im Februar 2021 ihre Stelle als Hochschulprofessorin für Bildungswissenschaften an der Pädagogische Hochschule Vorarlberg angetreten. Weitere Stationen ihrer beruflichen Laufbahn waren u.a. Tübingen, Freiburg und Koblenz-Landau. Ihr Schwerpunkt liegt auf Forschung als Grundlage für Professionalisierungsprozesse im Bildungswesen (u.a. seit 2021 WERA-Forschungsnetzwerk zusammen mit Chris Brown, Durham/England).

Ich? Ich habe doch keine Vorurteile!
Wie wir unbewusste Vorurteile in der Schule entdecken und was wir tun können.

Dr. Meike Bonefeld

Information
Dr. Meike Bonefeld
Universität Mannheim
Homepage: https://www.sowi.uni-mannheim.de/karst/team/dr-meike-bonefeld/
Ein Klassenzimmer und viele verschiedene Schüler*innen, alle mit individuellen Merkmalen, Eigenschaften und Eingangsvoraussetzungen. Sicherlich waren Sie auch schon einmal in dieser Situation und haben gemerkt: Es ist gar nicht so einfach, alle immer gleich zu behandeln, alle gedanklich „mitzunehmen“ und die Lernziele dabei nicht aus den Augen zu verlieren.
Dabei ist unschwer zu erkennen, dass es nicht immer möglich ist, alles und jeden im Blick zu haben. Es bedarf also verschiedener Strategien, um all diese Informationen zu sinnvollen Urteilen und Entscheidungen zusammenzufügen. Demnach spielen im Kontext dieser Herausforderung auch unbewusste Voreingenommenheiten eine Rolle, die es zu reflektieren gilt. Die Möglichkeit zu einem Austausch über unbewusste Vorurteile im schulischen Kontext möchte ich Ihnen in unserem Gespräch gerne geben.

Kurzbiografie
Dr. Meike Bonefeld (B.A./M.A. Soziologin und promoviert in Psychologie) ist Wissenschaftlerin an der Universität Mannheim. Sie beschäftigt sich mit Fragen zur Lehrkräfteprofessionalisierung im Kontext der Anforderungen der Migrationsgesellschaft und fokussiert dabei insbesondere auf das pädagogische Handeln und die Urteilsbildung von Lehrkräften sowie Reflexion und Evidenzorientierung in Schule und Unterricht. 


Typisch Mann, typisch Frau!
Welche Rolle spielen Geschlechterstereotype für die Kompetenzentwicklung?

Dr. Ilka Wolter

Information
Dr. Ilka Wolter
Leibniz Institut für Bildungsverläufe
Homepage: https://www.lifbi.de/Personen/Profile/account/1239
Geschlechtsstereotype werden definiert als sozial geteilte Annahmen darüber, welche Eigenschaften und Verhaltensweisen Frauen und Männer aufweisen oder zeigen sollten. Es existieren beispielsweise Geschlechtsstereotype über akademische Domänen, nach denen Mädchen und Frauen oder Jungen und Männern eine höhere Kompetenz zugeschrieben werden. Ein wichtiger Aspekt der Vermittlung von Geschlechtsstereotypen sind bedeutsame Sozialisationspersonen, wie Eltern, Peers oder auch Lehrpersonen. Ich beschäftige mich in meiner Forschung mit Modellen der Entwicklung von Geschlechtsstereotypen und deren Einfluss auf die Kompetenzentwicklung von Mädchen und Jungen im Schulalter. In diesem Zusammenhang interessiere ich mich für die Rolle von Lehrpersonen und die Relevanz von Lernumwelten für geschlechtsspezifische Bildungsprozesse. Gerne beantworte ich in unserem Gespräch Ihre Fragen zu dem Thema Kompetenzentwicklung und Geschlechtsstereotype.

Kurzbiografie
Ilka Wolter leitet die Abteilung „Kompetenzen, Persönlichkeit, Lernumwelten“ am Leibniz-Institut für Bildungsverläufe in Bamberg. Die Psychologin und Bildungsforscherin ist unter anderem beteiligt am Nationalen Bildungspanel (NEPS). In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit Fragen zur Kompetenzentwicklung im Lebensverlauf und zum Einfluss von Geschlechterstereotypen und geschlechtstypisierten Bildungsumwelten auf Leistungen und Motivation von Schüler*innen.

Was empfinden Sie, wenn Sie an Mathe denken?
Einblicke in die Emotionen von Lernenden und Lehrenden im Fach Mathematik.

Dr. Lars Jenßen

Information
Dr. Lars Jenßen
Humbolt-Universität zu Berlin
Homepage: https://www.erziehungswissenschaften.hu-berlin.de/de/mathematik-primarstufe/ag-eilerts/personen/dr-lars-jenssen

Jeder kennt es, das Lernen eines Schulfachs kann einem leicht fallen und Spaß bereiten oder aber auch Überforderung und Angst verursachen. Auch mathematische Lernsituationen sind in der Praxis mit vielfältigen Emotionen verknüpft. Dies können grundlegende Emotionen, wie z.Bsp. Freude und Angst, sein oder aber auch sozialbasierte Empfindungen, wie Scham und Stolz. In meiner Forschung beschäftige ich mich mit Emotionen, die Lernende und Lehrende erleben, wenn sie sich in mathematischen Bildungssituationen befinden. Hier beziehe ich auch erwachsene Lernende (z.B. angehende Grundschullehrkräfte) und pädagogische Fachkräfte außerhalb der Schule (z.B. Erzieher*innen) mit ein. In meinen Studien untersuche ich vor allem das Bedingungsgefüge für das Erleben dieser Emotionen (z.B. Wissen, Selbstkonzept, soziale Prozesse). Gerne beantworte ich alle Ihre Fragen zu dem Thema emotionales Erleben in Mathematik.

Kurzbiografie
2011 Diplom (Psychologie) an der FU Berlin, 2012 – 2017 Promotion an der HU Berlin, 2015 Forschungsaufenthalt an dem Centre for Educational Measurement der Universität Oslo, 2016 – 2017 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FU Berlin, 2019 Approbation zum Psychotherapeuten, seit 2018 Wissenschaftskoordinator der Abteilung Mathematik in der Primarstufe an der HU Berlin

Was hast du gesagt?
Sprachliche Kompetenz in der Schule und wie wir Schüler*innen bei dem Erwerb unterstützen können.

Dr. Birgit Heppt

Information
Dr. Birgit Heppt
Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB)
Homepage: https://www.iqb.hu-berlin.de/institut/staff/?pg=c032
Der Begriff der „Bildungssprache“ ist in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Schlagwort in Bildungspraxis, Bildungspolitik und Bildungsforschung geworden. Bildungssprachliche Kompetenzen gelten als wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilhabe am Unterrichtsgeschehen und Lehrkräfte sollen in die Lage versetzt werden, ihre Schüler*innen beim Erwerb bildungssprachlicher Kompetenzen zu unterstützen. In unserem Gespräch können wir uns u. A. über den Erwerb und die Entwicklung bildungssprachlicher Kompetenzen bei einsprachigen und mehrsprachigen Lernenden sowie die Professionalisierung von Lehrkräften für eine sprachbildende Unterrichtsgestaltung austauschen. Gerne berichte ich zudem über wissenschaftliche Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen bildungssprachlichen Kompetenzen und schulischen Leistungen.

Kurzbiografie
Dr. Birgit Heppt ist Wissenschaftlerin an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo sie derzeit eine Gastprofessur für Pädagogische Psychologie innehat. Sie ist zudem Fellow im College for Interdisciplinary Educational Research (CIDER). Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen die Diagnostik, Förderung und Entwicklung (bildungs-)sprachlicher Kompetenzen von einsprachigen und mehrsprachigen Schüler*innen. 

Schule? Kein Bock!
Wie sich die Lernmotivation von Schüler*innen steigern lässt.

Dr. Brigitte Brisson

Information
Dr. Brigitte Brisson
DIPF Leibniz Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation
Homepage: https://www.dipf.de/de/institut/personen/brisson-brigitte
Fast jede Lehrkraft kennt das Problem, man stellt einen Arbeitsauftrag, aber so richtig motiviert starten die Schüler*innen nicht mit der Bearbeitung, stattdessen geht ein unterschwelliges Seufzen durch den Klassenraum. Das Thema Motivationsförderung im Schulunterricht ist umfangreich. Ich erkläre Ihnen gerne, welche Annahmen die bekanntesten Motivationstheorien vertreten, wie sich die Lernmotivation über die Schullaufbahn hinweg entwickelt und welche Forschungsansätze sich bewährt haben, um die Lernmotivation von Schüler*innen zu fördern. 

Den ganzen Tag in der Schule?
Wie der Ganztag gelingen kann!

Vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels hat sich auch der Anspruch an eine ganztätige Betreuung von Schüler*innen geändert. Dementsprechend vielseitig ist auch die Qualitätsentwicklung im schulischen Ganztag. Ich gebe Ihnen gerne Einsicht in die Schulentwicklungsprozesse im Ganztag in Bezug auf Konzeptentwicklung und Kooperation aller Beteiligten. Als besonders wichtig erachte ich in diesem Kontext die Themen Hausaufgaben und Lernzeiten, altersübergreifendes kooperatives Lernen im Ganztag sowie Angebotsqualität.

Kurzbiografie
Dr. Brigitte Brisson (Promotion in Erziehungswissenschaft, 1. Staatsexamen gymnasiales Lehramt Englisch/Französisch) promovierte zum Thema „Motivationsförderung im Mathematikunterricht“ und koordinierte dann ein Schulentwicklungsprojekt zu kooperativem Lernen an Ganztagsschulen. Aktuell ist sie am DIPF in Frankfurt Koordinatorin eines Forschungsverbunds zur Qualitätsentwicklung im Ganztag. Sie hat diverse Unterrichtserfahrungen als Vertretungslehrkraft im Fach Englisch an deutschen und französischen Schulen der Sekundarstufe.

Ich weiß, was du kannst und brauchst!
Warum Diagnostik wichtig ist und was Lehrkräften dabei helfen kann, etwas über die Lernvorausstzungen ihrer Schüler*innen herauszufinden.

Prof. Dr. Karina Karst

Information
Prof. Dr. Karina Karst
Universität Mannheim
Homepage: https://www.sowi.uni-mannheim.de/karst/team/prof-dr-karina-karst/
Eine Schlüsselkompetenz, die von Lehrkräften erwartet wird, ist die Fähigkeit, die Lernvoraussetzungen ihrer Schüler*innen möglichst akkurat einschätzen zu können. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund bedeutsam, dass Lernen dann am besten gelingt, wenn sich das von der Lehrkraft gestaltete Lernsetting an den Lernvoraussetzungen der Schüler*innen orientiert. Von Bedeutung sind hierbei Maßnahmen und Prozesse, die Lehrkräfte einsetzen können, um Zugriff auf diese Informationen zu erhalten. Ein adäquates Vorgehen bieten Lernstandsdiagnosen, die Lehrenden datengestützte Entscheidungsmöglichkeiten erlauben, von denen ausgehend eine faire und individuierende Entwicklung zu erwarten ist. Gerne tausche ich mich mit Ihnen darüber aus, warum Lehrkräfte über diagnostische Kompetenz verfügen sollten und wie wir Lehrkräfte unterstützen können. 

Kurzbiografie
Jun.-Prof. Dr. Karina Karst ist seit 2016 Juniorprofessorin an der Universität Mannheim und leitet die Arbeitsgruppe „Unterrichtsqualität in heterogenen Kontexten“. Forschungsschwerpunkte sind die professionellen Kompetenzen von Lehrkräften, insbesondere die diagnostischen Kompetenzen und deren Weiterentwicklung durch evidenzbasierte Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozesse. Daneben fokussiert sie auf die Etablierung nachhaltiger Partnerschaften zwischen Universität und Bildungspraxis.

Herausforderung Inklusion –
Was einen guten und wirksamen inklusiven Unterricht ausmacht.

Prof. Dr. Elisabeth Moser Opitz

Information
Prof. Dr. Elisabeth Moser Opitz
Universität Zürich
Homepage: https://ife.uzh.ch/de/research/sbi/mitarbeitende2/moseropitzelisabeth.html

Inklusiver Unterricht hat die Aufgabe, alle Lernenden bezüglich ihrer Leistung sowie sozialen Integration zu fördern, unabhängig der Stärke ihres Förderbedarfs. Die Forschung hat gezeigt, dass für eine gelungene soziale Integration möglichst viele Lerngelegenheiten mit Peers einer Klasse notwendig sind, im Hinblick auf die schulischen Leistungen jedoch eine spezifischere, u.U. separate, Förderung ausschlaggebend ist.
Meine eigenen Untersuchungen weisen darauf hin, dass für die soziale Integration das Feedbackverhalten sowie das Klassenmanagement der Lehrenden zentral sind und die Intensität sowie Form der Lernbegleitung für die Leistung der Schüler*innen von Bedeutung sind. Entgegen häufigen Annahmen scheint die persönliche Einstellung zur Inklusion für die Unterrichtsqualität eine untergeordnete Bedeutung zu haben. Ich freue mich auf unseren Austausch zu den Herausforderungen der Inklusion.

Kurzbiografie
Diplom als Primar- und Sonderschullehrerin; Studium der Heilpädagogik, Pädagogik und Psychopathologie an der Universität Freiburg/CH. Von 2007 bis 2009 Professorin für Differenzielle Didaktik bei Lern- und Entwicklungsstörungen an der Technischen Universität Dortmund. Seit 2010 Professorin für Sonderpädagogik: Bildung und Integration am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich.

Mathe für alle!
Wie kann ein guter inklusiver mathematischer Unterricht gelingen?

Prof. Dr. Antje Ehlert

Information
Prof. Dr. Antje Ehlert
Universität Potsdam
Homepage: https://www.uni-potsdam.de/de/inklusion/lernen/ehlert
Gerne möchte ich mit Ihnen in unserem Gespräch darüber sprechen, was es bedeutet, einen inklusiven und damit binnendifferenzierenden Mathematikunterricht zu realisieren. Ziel ist es, das Lernen der Schüler*innen in das Zentrum des Lehrpersonenhandelns zu stellen und somit allen Lernbereichen gleichermaßen gerecht zu werden. Allerdings braucht es in den Schulen hierfür bspw. Diagnostikverfahren (Lernverlaufsdiagnostik, adaptives Testen), evaluierte Fördermaterialien und Förderansätze. Auch professionelle Handlungskompetenzen, wie die mathematische Diagnostikkompetenz, das Beurteilen und Anpassen von mathematischen Anforderungen und die Entwicklung inklusiver Schulstrukturen, die beispielsweise den Aufbau von multiprofessionellen Teams, Teamteaching oder Förderstrukturen beinhaltet, sind hierfür wichtig. Dies sind gleichermaßen Herausforderungen für die schulische Praxis als auch die Wissenschaft, die maßgeblich unterstützt werden müssen.

Kurzbiografie
Seit 2013: Professorin für Inklusionspädagogik/ Förderschwerpunkt Lernen, Universität Potsdam; 2013: Vertretungsprofessorin für Pädagogische und Psychologische Diagnostik, Universität Duisburg-Essen; 2008 - 2013: Lecturer, Universität Duisburg-Essen; 2007 - 2009: Akademische Mitarbeiterin, PH Freiburg; 2002 - 2006: Promotion, HU Berlin; 1995 - 2001: Studium der Rehabilitationspädagogik, HU Berlin (Frühförderung in der Sprach- und Körperbehindertenpädagogik, Schwerhörigen- und Verhaltensgestörtenpädagogik)