Beliefs zum Lehrlerngegenstand ‚Grammatik‘ (Französisch / Spanisch)*

 

Autor*innen: Kathleen Plötner

 

Abstract

Die Auseinandersetzung mit Grammatik(erwerb) und Grammatikvermittlung im Fremdsprachenunterricht ist eng an die Entwicklung von Sprachlerntheorien und Sprachlehrlernmethoden geknüpft und seit Jahrzehnten ein zentrales Thema der Fremdsprachendidaktik (etwa Bleyl 1995 & 1999, Düwell 2000, Thornbury 2005, Raabe 2007, Segermann 2007, Bredel 2013, Stahns 2013, Dengscherz 2016, Plötner 2017, Henk 2019).

Die vorliegende Studie betrachtet den Lehr- und Lerngegenstand ‚Grammatik‘ aus dem Blickwinkel von deutschsprachigen Lehramtsstudierenden – also Sprachlernenden, die sich für das Lehren der genannten Sprachen entschieden haben. Das theoretische Fundament des Beitrags umfasst dabei die Annahme, dass Lehramtsstudierende eine „persönlich relevante[…] Verbindung an den Lerngegenstand“ (Vollstedt 2011, 14) entwickelt haben bzw. das Erlernen (i.w.S. den Erwerb) der jeweiligen Sprache als sinnvoll erachten. Inwiefern ‚Grammatik‘ hier eine Rolle spielt und wie sie innerhalb des Sinnkonstruktionsprozesses situiert ist, ist Gegenstand der Forschung. Es soll untersucht werden, ob und welche objektive(n) und subjektive(n) Ziele mit dem Erwerb von ‚Grammatik‘ assoziiert werden. Dabei wird die subjektiv-erlebte Rolle von ‚Grammatik‘ im (institutionellen) Spracherwerb rekonstruiert und didaktisch-geleitete Einschätzungen zur Bedeutung grammatischer Kompetenz mit weiteren, u.a. funktional-kommunikativen, Kompetenzen kontrastiert. Die Studie liefert – neben der Auseinandersetzung mit einem zentralen, aber wenig empirisch beforschten Diskussionsgegenstand der Fremdsprachendidaktik sowie mit den „messy construct[s]“ (Pajares 1992) der ‚Beliefs‘, ‚Subjektiven Theorien‘ und ‚Einstellungen‘ (cf. Groeben & Scheele 2010, Venus 2017) – einen Forschungsbeitrag für die universitäre Lehramtsausbildung.

Die Stichprobe setzt sich aktuell aus 40 Bachelor-Studierenden der Fächer Französisch und Spanisch zusammen, die nach dem 31.12.1989 geboren sind und die genannten Sprachen als ‚Fremdsprache‘ erworben haben. Die longitudinale Studie umfasst zwei Erhebungen mittels eines teilstandardisierten Fragebogens. Eine dritte Erhebung für das Fach Französisch ist für das Sommersemester 2021 geplant. Die quantitativen Ergebnisse und ausgewählte qualitative Daten für das Fach Spanisch sollen im Poster dargestellt und gemeinsam kritisch diskutiert werden.

 

*Dieses Poster wurde im Rahmen des digitalen Jahres der Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung (digiGEBF21) eingereicht und ist bis zum 31.12.2022 an dieser Stelle verfügbar. Alle Rechte liegen bei den Verfasser*innen.